Ihr Fragenkatalog ist recht umfangreich und da ich das ja nun schon zum 2. Mal mache (OB Kandidatur) weiß ich, dass man recht tolle Absichtserklärungen schreiben kann, auch ganz viel versprechen und – wie die KollegInnen von den Grünen dies über viele Jahre nur sehr begrenzt umsetzen. Daher verzichte ich darauf und versuche – anders als von der Satirepartei zu erwarten (unser Motto ist ja schließlich: Wen schert das Klima? Wir haben doch Kinder! Deren Problem!) – mit etwas zu antworten, dass sich vielleicht wirklich konkret umsetzten lässt und eigentlich schon lange hätte umgesetzt sein können: Das Verbot von PV-Anlagen auf denkmalgeschützten Gebäuden. Mit gehört selbst ein solches in der Innenstadt und gerne würde ich dort nicht zuletzt für die Hausgemeinschaft eine PV-Anlage aufsetzen, das Dach ist sehr groß und super geeignet, allein der Denkmalschutz verbietet es, weil die Farbe schwarz störend wirkt. Mit solchem bürokratischen Unsinn muss endlich Schluss sein, die Bausatzung kann der Stadtrat einfach ändern, daher ist es wichtig, über die diesmal hoffentlich noch stärkere Ratsvertretung der PARTEI dies anzustoßen und immer wieder anzumahnen.
Im Allgemeinen bin ich ganz logischerweise der Meinung, dass die Energiewende nur gelingt, wenn man die BürgerInnen mitnimmt und sie alle was davon haben. Dazu muss Bürokratie verschwinden. Das ist eines meiner größten Anliegen, alles was kommunal irgendwie zu bewegen ist an Vorschriften muss weg, die Verwaltung ist in aller Regel nicht am Fortschritt interessiert, die Verwaltungsebene ist selbst dann die verschleppende Kraft, wenn die Politik mal voranschreiten will. Hier gilt es regelmäßig den „Hofnarren“ zu geben und solange Druck zu machen, bis sich was bewegt.
Auch ist mir immer in allen Politikfeldern sehr wichtig eben nicht die Sonntagsreden zu halten, sondern in der eigenen Umgebung aktiv klimapolitisch zu handeln: Auf all meinen Firmengebäuden ist PV vorhanden, die Firmenflotte ist schon elektrisch oder wird gerade komplett umgestellt. Bei unseren Bergbauprojekten, z.B. in Malawi oder auf Fiji integrieren wir überall 100% regenerativen Energiebezug, Die Produkte, die wir zurzeit aktiv fördern, spielen eine wichtige Rolle in der Produktion von Waver-Platten für PV-Anlagen. In der Logistik engagieren wir uns mittlerweile ausschließlich bei Unternehmen, die ihre Flotten auf Nachhaltigkeit umstellen. Das mag für einen Unternehmen einfacher sein, als für die klassischen PolitikerInnen, die ja dermeist Juristen oder Beamte sind und es daher immer qua Amtes mehr mit reden denn handeln haben, aber es bedarf schon einer Grundüberzeugung, Veränderungen gegen Kosten und Bequemlichkeit durchzusetzen. Dies ist aber stehts mein Impetus, war es immer und wird es auch immer sein. Die Tatsache, dass man das heute eigentlich nur noch offen in einer Satirepartei darstellen kann, muss einem zu denken geben.
